Wanderung auf den    FICHTELBERG

Der FICHTELBERG  Höchste Erhebung in Sachsen  (1214m)

Das letzte Augustwochenende 1999 hatten wir uns auserkoren, der höchsten Erhebung unseres Freistaates auf dem Kopf zu steigen. Diesmal allein, denn unsere Kinder waren alle zur Schulabschlußfahrt oder im Ferienlager. Freitag war Anreise, eine wunderbare Pension hatten wir vorher in einem Ortsteil von Bärenstein namens Niederschlag auserkoren, das Gästehaus Reichel mit Gaststätte. Das Doppelzimmer zu 78,- DM am Tag ließ nichts zu wünschen übrig und das Bier im Gasthaus (0,5l Braustolz zu 3,60 DM) schmeckte auch gut. Essen konnte man auch zu moderaten Preisen. Obwohl das Gästehaus an der Bundesstrasse nach Oberwiesenthal liegt, findet man hier seine Ruhe, zumal unser Zimmer nach hinten zum Hang lag.  Samstag nach dem Frühstück gings los. Die Wirtin wurde noch einmal nach ein paar genaueren Wegmarkierungen bzw. markanten Punkten gefragt, denn unsere Karte "Westliches Erzgebirge" im Maßstab 1:50.000 ist ein bissl ungenau. Zur Groborientierung reicht sie aber.
Ungefähr fünfzig Meter neben dem Gästehaus beginnt der Wanderweg nach oben in Richtung Bahnhof Niederschlag. Schnell gewinnen wir an Höhe. Der Blick zurück auf den gegenüberliegenden Hang geht ins Tschechische, denn im Tal der Bach ist die Grenze. Gut zu erkennen ist die Kirche des gegenüberliegenden Ortes Neugeschrei. Bald erreichen wir den Bahnhof Niederschlag der Kleinbahn Cranzahl - Oberwiesenthal, auch Bimmelbahn genannt. Am Bahnhof befindet sich auch eine Tafel, auf der man über die Vergangenheit der Bahn, aber auch der Umgebung des Bahnhofes nachlesen kann.
Wir wandern geradeaus in den Wald hinein, es geht stetig bergan. Hinter einer Linkskurve können wir ihn dann schon sehen, den Fichtelberg. Leider hat sich die Sonne verzogen, der Himmel hängt voller Wolken. Regenwolken? Hoffentlich nicht, aber ändern können wirs auch nicht. Vorbei am Steinberg (877m) erreichen wir nach ungefähr einer halben Stunde Wanderzeit die Steinbrüche und dem Kalkofen, ein technisches Denkmal.  Danach geht der Weg schnurgerade aus weiter bergan, leider teilweise asphaltiert. Nichts gutes für die Wanderbeine! Auf dem Eisenberg (1028m) liegt der Fichtelberg zum Greifen nahe. Aber nun noch einmal ins Tal hinab, zumindestens ein paar Höhenmeter. Zu allem Unglück hat es inzwischen angefangen zu regnen. Erst feiner Niesel, aber als wir vor der Wahl des Aufstiegweges am Fuß unseres Wanderzieles standen, goß es in Strömen. Da hieß es, den kürzesten und schnellsten Weg zu nehmen, die Himmelsleiter. An der alten Rodelbahn vorbei steigen wir unter dem Skilift bergan. Im Winter hat man es da einfacher, wenn der Skilift in Betrieb ist. Nach zähen Ringen mit dem Berg erreichen wir nach 20 Minuten den Gipfel.
Der erste Weg führte uns ins SB-Gasthaus, so wie wir aussahen, wollten wir uns das neugebaute Fichtelberghaus nicht zumuten. Der grüne Bohneneintopf mundete uns ausgezeichnet und zu teuer war er auch nicht. Wenn ich da an die holsteinische Kartoffelsuppe im Ostseeurlaub denke (siehe WANDERNEWS Ausgabe 1), nicht zu vergleichen miteinander. Gut gelaunt verlassen wir nach unserer Rast das gastliche Gasthaus. Der Regen hat sich zu einem Landregen entwickelt, vor Abend wird er wohl nicht mehr aufhören.  Von Aussicht zu sprechen, ist auch vermessen, denn der Fichtelberg befindet sich mittlerweile in den Wolken, Sicht fast Null. Unsere Schritte wenden sich in Richtung Norden. Wir folgen dem Reitsteig hinab in Zschopautal. Schöne Stege wechseln (leider) mit asphaltierten Wanderwegen ab und nach eineinhalb Stunde erreichen wir den Bahnhof Vierenstraße der schon erwähnten Bimmelbahn. Sicher gibt es einiges zu berichten über die Schönheiten der Natur, doch der Regen zwingt zum vorwärtskommen, denn irgendwann weicht auch die beste Naht durch und die Nässe wird unangenehm. Vom Bahnhof Vierenstraße an wandern wir an der Bimmelbahn entlang weiter auf dem "Erlebnispfad Bimmelbahn". Eine gute Idee, dieser Erlebnispfad. Unterwegs mit gekennzeichneten Fotostandorten, leider kam da gerade keine Bahn. Nach dem Passieren des Ortes Kretscham-Rothensehma haben wir dann doch Fotoglück.  Ein fast leerer Zug aus Oberwiesenthal dampft an uns vorbei. Bald erreichen wir den Bahnhof Niederschlag und bis zu unserem Gästehaus, wo uns eine heiße Dusche erwartete, ist es nur noch ein Katzensprung. Wie zum Hohn hörte dann der Regen zum Abend hin dann auch auf. Trotzdem, es war ein schöner Wandertag. Wer diese Wanderung nachwandern möchte und das entsprechende Wetter hat, im erwähnten Zschopautal ist ein kleiner hübsch gelegener See mit Badestelle, also Handtuch nicht vergessen.
(ho)
                 

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